«Europäische» Leitlinien für digitale Jugendarbeit

Landauf, landab arbeiten Jugendarbeiter_innen aktuell daran, die Vorstellung von mediatisierter aka «digitaler» Jugendarbeit zu konkretisieren. Besonders schön ist es, wenn die Ergebnisse solcher Überlegungen dann auch für alle verfügbar sind.

Das gilt auch für die Leitlinien für digitale Jugendarbeit, die in einem EU-geförderten Projekt von Institutionen aus verschiedenen Ländern entstanden sind. Sie schliessen an die Vorschläge an, die eine Expert_innengruppe der EU vor knapp zwei Jahren erstellt hat.

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«Beruf Medienpädagog*in»

Sie ist da: Die neue «merz» \o/, diesmal mit dem Schwerpunktthema «Beruf Medienpädagog*in» – und ich hatte gemeinsam mit Klaus Lutz die Ehre, die Fachredaktion für die Ausgabe von medien+erziehung zu bilden. Schon seit Wochen freue ich mich auf das Erscheinen, denn dank sehr engagierter Autor_innen und Kooperationspartner_innen ist ein, glaube ich, sehr interessantes Heft entstanden, das wichtige Aspekte des Berufs aus einer aktuellen Sichtweise beleuchtet: Ausbildungsmöglichkeiten, Beruf(sbild), Geschichte, Qualitätsverständnis, theoretische Bezugspunkte.

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Jugendarbeit vs. Corona

Uff!! Auf einen Schlag hat sich die gesellschaftliche Realität durch die Massnahmen zur Coronapandemie gewandelt.

Wow!! Jugendarbeiter_innen haben zahlreiche neue Angebote aus dem Boden gestampft und dabei einmal mehr die typische Offenheit, das Engagement und Improvisationstalent des Feldes bewiesen. Und noch viel mehr als sonst sind auch Austauschplattformen an verschiedensten Orten entstanden, wo Ideen und Materialien geteilt, Probleme besprochen und Unterstützungsmöglichkeiten eröffnet werden. Denntrotz allem: «es ist schwer. Es ist sehr schwer.» (Renato Hüppi)

Wow. Und ich selbst bin sprachlos, denn auf einen Schlag gibt es unglaublich viel «mediatisierte Jugendarbeit» – das was ich seit langem zu unterstützen versuche. Und nun, nach drei Wochen nehme ich mir mal die Zeit und versuche zusammenzutragen und zu systematisieren, was mir die letzten Wochen so über den Mauszeiger gelaufen ist.

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Uh, ein #onlineBarcamp! Wie geht das (aktuell)?

Die Idee, ausschliesslich online (aka «digital») Workshops, Treffen und Tagungen zu veranstalten, ist wahrscheinlich so alt wie das Internet, mindestens wie das WWW. In den letzten Monaten bekomme ich aber erst den Eindruck, dass Medien langsam so in der Breite ankommen (und vor allem: die Technik so niedrigschwellig ist), dass das mit einem Publikum ohne besondere Vorkenntnisse möglich wird.

Aber wie immer in der Pädagogik: Es kommt drauf an, wie mensch es macht. Letzte Woche habe ich am #onlineBarcamp zu Jugendarbeit und (digitaler) Mitbestimmung [Doku mit allen Links/Infos hier] teilgenommen/teilgegeben und dabei viele Dinge gelernt, die es zu beachten gilt bzw. die zu einer gelungenen Veranstaltung beitragen (denn das #onlineBarcamp war gelungen) – und schreibe mal meine Eindrücke auf.

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Kunst & Kabel – Handreichung zu pädagogischem Making [Tipp-Sprint 6/6]

Making in der Jugendarbeit

In den vergangenen Jahren ist es viel einfacher geworden, Computersysteme zu (de)konstruieren, mit digitalen Produktionsverfahren eigene Produkte zu fertigen – und so hinter die technischen Kulissen zu schauen und die Gesellschaft mitzugestalten. Making! – und gerade Jugendarbeit und Soziale Arbeit mit ihren offenen Settings sind ideale Orte, damit Jugendliche sich diese Möglichkeiten aneignen.

Die Publikation «Kunst&Kabel» [direkt zum PDF] des JFC Medienzentrum ist eine tolle Publikation, um hierüber mehr zu lernen und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten kennenzulernen. In dem kleinen Buch werden insbesondere auch die theoretischen Grundlagen skizziert und Schritt für Schritt entsprechende konkrete Methoden und Ansätze erarbeitet.

Dass Making-Angebote in der Jugendarbeit auch als Regelangebot gut funktionieren können, das zeigen einige Umsetzungen (z.B. hier). Für die Breite ist sicher realistischer, projektbezogene jugendkulturelle Angebote zu machen. Gerade hierfür ist die Handreichung vom JFC eine gute Anregung.

Offene Daten in der Jugendarbeit [Tipp-Sprint 5/6]

Offene Daten in der Jugendarbeit

Offene Daten können dabei helfen, die Welt zu verstehen, Zusammenhänge zu entdecken – und nicht zuletzt mündige_r Bürger_in zu werden und als solche_r aktiv zu sein. Insofern ist es erstrebenswert, dass Jugendliche auch in der Jugendarbeit die Möglichkeit haben, mit solchen Daten umzugehen und ihre eigenen Fragen zu bearbeiten und ihre Sichtweisen zu artikulieren – denn hier haben sie viel eher die Möglichkeit nah an ihren Themen zu sein.

Diese Möglichkeit so niedrigschwellig (!!) pädagogisch zu eröffnen, damit möglichst alle Jugendlichen irgendwie davon profitieren können, das ist an sich schon alles andere als trivial. Auch für Jugendarbeiter_innen selbst ist die Lernkurve steil, bis sie in die Lage kommen, entsprechende Projekte (mit) anbieten zu können.

Die Materialien zu offenen Daten in der Jugendarbeit, die die OKF Deutschland aus ihrem Projekt veröffentlicht hat, können da eine Hilfe sein. Hier finden sich Informationen zu offenen Daten, Storytelling mit entsprechenden Daten sowie zur Arbeit mit Microcontrollern/Sensoren und Bots.

Auf dem Weg einer breiten Mediatisierung der Jugendarbeit muss aber aber auch die Frage gestellt werden, wie entsprechende Angebote zum Standard werden können. Aktuell funktioniert das nur in Kooperation mit entsprechenden Aktivist_innen, die Projekte in und mit der Jugendarbeit anbieten. Erstrebenswert ist sicher auch, das auf diesem Weg interessierte Jugendliche für sie spannende jugendkulturelle Angebote finden und als Peers qualifiziert werden. Längerfristig wäre es aber auch wünschenswert, dass es in der Jugendarbeit breite strukturelle Unterstützungsangebote für die Fachpersonen gibt.

Dataselfie [Tipp-Sprint 4/6]

Auch wenn Jugendarbeit und Soziale Arbeit sich in Richtung Mediatisierung weiterentwickeln, wird es weiter einen Anteil geben, der eigentlich medienpädagogisch ist, also Kinder und Jugendliche auf dem Weg zu Medienkompetenz begleitet. In diesem Bereich kann Dataselfie einen schönen Platz haben: Mit dem Onlinetool wird das abstrakte Thema der Datensammlung sehr gut veranschaulicht und die Nutzer_innen bekommen einige sehr persönliche Aha-Erlebnisse!

Dataselfie besteht aus zwei Teilen: Dem Gruppenspiel «Fairdata», wo sich Jugendliche im Handel mit Daten üben bzw. mit den Implikationen auseinandersetzen – und Onlinetools, mit denen die eigenen digitalen Spuren bei Google, Facebook und anderen erkundet werden können.

Dataselfie kommt aus der Jugendarbeit und das merkt man dem Angebot an. Vor allem ist es sehr beeindruckend, wie auf die mit dem Tool gewählte Weise das abstrakte Thema sehr greifbar wird und die Nutzer_innen zum Handeln motiviert werden. Wichtiges Material für die medienpädagogische Arbeit zum Thema Big Data.

Robodies Lab [Tipp-Sprint 3/6]

Mediatisierte Jugendarbeit muss meiner Meinung nach die Mediatisierung möglichst ganzheitlich und auch als Querschnittsthema berücksichtigen. Mit dem «Robodies Lab» habe ich ein Beispiel für ein Projekt gefunden, das zeigt, wie das aussehen kann.

Im Projekt des Tanzhaus NRW verbinden junge Menschen Tanzen und Coding und setzen sich mit ihren Vorstellungen von einem Körper der Zukunft auseinander. Ausgehend vom Hackathon-Konzept wird mit körpererweiternden Technologien gebastelt und experimentiert.

Das Konzept verbindet aus meiner Sicht auf wunderbare Weise Technik und Ästhetik, Coding mit Körperlichkeit und bringt die Auseinandersetzung mit Technik auf eine sehr ganzheitliche Ebene bzw. ergänzt Tanz und Choreographie um eine sehr aktuelle Perspektive. Es ist meiner Meinung nach wünschenswert, dass Jugendarbeit so ihre Inhalte und Methoden mit Aspekten der digitalen Kultur erweitert.

Leider gibt es keine umfassende, frei verfügbare Dokumentation des Konzepts, zur Inspiration reicht das Verfügbare allemal und wer mer wissen möchte, stösst bei den Macher_innen sicher nicht auf taube Ohren.

Leitfaden «Digitale Medien in der OKJA» [Tipp-Sprint 2/6]

Dass ich über den Leitfaden «Digitale Medien in der OKJA» des DOJ noch nicht gebloggt habe, ist gleich mehrfach schmerzlich. Vor allem weil es ein wichtiges Dokument ist, um Einrichtungen der Jugendarbeit auf den Weg hin zu einem eigenen Konzept für die Arbeit mit Medien zu bringen. Noch dazu sind einige Gedanken von mir eingeflossen, die ich zusammen mit Olivier Steiner in einem Zusatzdokument formulieren durfte. Und nicht zuletzt finde ich es spannend, diese Publikation nicht als PDF, sondern als Wiki zu veröffentlichen. Das passt gut zu der Notwendigkeit zu Aktualität, die mit dem Thema verbunden ist.

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Hello World – einsteigen in Technik, Robotik und Coding [Tipp-Sprint 1/6]

In einem guten Jahr Blogpause sind trotzdem einige Fundstücke zusammengekommen, über die ich es wichtig finde zu sprechen. Weil sie mittlerweile nicht mehr sooo neu sind, aber immer noch aktuell und interessant, mache ich einen Sprint und werde die sechs Materialientipps in den nächsten drei Wochen schnell hintereinander, kurz und bündig vorstellen.

Kein Titel ist besser geeignet, diese kurze Tipp-Parade zu eröffnen als das Handbuch «Hello World»: In dieser Publikation stellen die Macher_innen des gleichnamigen Programms Konzepte und Materialien für Einsteiger_innenworkshops zu Technik, Robotik und Coding vor – zusammen mit ihren Erfahrungen aus jahrelanger Arbeit. Die Broschüre ist kostenlos und frei verfügbar und soll anregen, eigene Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu initiieren.

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